Mierendorff-Grundschule wagt Unterricht per Videokonferenz (Hr.Lenz)

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Fr. Semmler (Mierendorff-Grundschule) wagt Online-Unterricht per Videokonferenz

Unterricht per Videokonferenz schon in der Grundschule? „Ja, natürlich!“, meinen Frau Semmler ihre Kids! Regelmäßig unterrichtet die Kollegin ihre Schüler online. Der Termin für die Videokonferenz wird vorab mit dem Arbeitsmaterial per Mail versendet und dann geht es los.
Das ist aber alles nicht so einfach, schließlich fiel digitales Unterrichten bisher in der Lehrerausbildung komplett aus und unsere Schüler sind ja noch nicht so alt und erfahren, dass sie die Computertechnik einfach so beherrschen. Hier ein kurzer Einblick in so eine Veranstaltung verläuft. (Leider sehr sehr schlecht von mir gefilmt!!!):


Da gilt meine volle Bewunderung meiner Kollegin Frau Semmler, die sich nun an das Projekt „Unterricht per Videokonferenz“ gewagt hat, obwohl sie – verzeih Conny! – auch nicht mehr die jüngste ist und da habe ich sie natürlich gleich einmal neugierig interviewt.

Hr. L.: Liebe Kollegin, warum hast du dich entschieden, Unterricht per Video durchzuführen?

Fr. Semmler: Die Schule war seit 3 Wochen geschlossen, das wurde den SuS langweilig. Neueinführungen wurden notwendig, Erklärungen sinnvoll und die Sehnsucht der Kinder nach Unterricht riesengroß.

Hr. L.: Welche technischen Schwierigkeiten musstest du überwinden, um die Videokonferenzen an den Start bringen zu können?

Fr. Semmler: Zuerst war da die Frage, welche Plattformen es gibt, die nichts kosten und von den Schulbehörden anerkannt sind. Aber dann schrieb ein Kollege, dass auf unserem Mierendorf-Schulserver ein solches Programm eingerichtet sei. Eine Kollegin und ich probierten es aus und fanden es gut. Herr Lenz meldete die Schüler/innen bei IServ an und dann ging es auch schon los. Die Kinder fanden sich mit Hilfe der Eltern schnell zurecht und den Rest erkundeten wir gemeinsam. Wir arbeiteten geduldig und rücksichtsvoll zusammen.
Jetzt, nach zahlreichen Sitzungen, wird es immer einfacher.

Hr. L.: Beschreibe uns bitte, wie du dich als Lehrerin fühlst, wenn du deine Kids nicht direkt vor dir hast, sondern nur als Videofenster

Fr. Semmler: Wir, die Schüler und ich, sind bis heute froh und dankbar, dass wir uns überhaupt sehen und miteinander sprechen können! Wir winken uns zu und freuen uns über den sehr direkten Kontakt. Die Kinder sind glücklich, wenn sie sich untereinander sehen und  miteinander schreiben können.  Es wird ein Teil der Zukunft sein.

Hr. L.: Bist du zufrieden mit dem Engagement deiner Schüler während der Videokonferenzen?

Fr. Semmler: Ich bin sehr zufrieden mit meinen Schüler/innen. Es gibt viele, die von Anfang an in jeder Stunde dabei waren und es auch als Unterricht verstehen. Um jedem Kind gerecht zu werden, sind kleinere Gruppen sinnvoll, aber bei guter Organisation könnte ich mir Onlineunterricht  auch mit größeren Gruppen vorstellen.
Wir haben klare Regeln. Ein immer wiederkehrender Ablauf ist sinnvoll und die Schüler wollen aktiv sein. Ich erreiche leider bisher nur die Hälfte der Klasse. Es wären mehr, wenn die technischen Voraussetzungen zuhause besser wären.

Hr. L.: Was wünschst du dir als Lehrerin besonders in diesen Zeiten?

Fr. Semmler: Ich wünsche mir, dass meine Schüler/innen und ich gesund bleiben. Ich wünsche mir, dass die häusliche Situation für die Kinder angenehm ist und ich möchte, dass in dieser Zeit trotzdem Wissen erlernt und gefestigt wird und  wir den Lernausfall gering halten können. Und nicht zuletzt wünsche ich mir, dass meine Schüler/innen die Schule, ihre Freunde/innen, Lehrer/innen und mich vermissen. Ich bin sehr stolz auf die Schüler/innen und Eltern der Klassen 3a und 3b, die viel Bereitschaft zeigten, mit mir gemeinsam diesen Weg des Lernens auf vielfältiger Weise zu gehen und anzunehmen. Mein Respekt gilt den Eltern, die ihre Kinder in dieser schwierigen Zeit begleitet und unterstützt haben.

Matthias Lenz (ITB)

 

Comments (2)

LehrerNoName

Mai 10, 2020 at 6:52 PM

Alle Achtung, liebe Kollegin Semmler!
Was Sie da auf die Beine stellen ist sehr anerkennenswert. Gern würde ich das auch mal wagen, aber wir haben gerade mal 7 Computer an unserer Schule und die Schüler haben zuhause zwar Handys, aber auch keine Drucker usw…Alles nicht so einfach.
Ich wünsche Ihnen weiter viel Erfolg!

Reply

Teachi

Mai 15, 2020 at 5:20 PM

Gute Arbeit, liebe Kollegin!
Aber man sieht doch, dass Videokonferenzen schwierig sind. Hoffentlich können wir bald endlich wieder "richtigen" Unterricht machen!

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