Projekt Sachsenhausen 2016

Herzlich willkommen in der Mierendorff-Schule!
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Projekt „Gedenkstätte Sachsenhausen“ der Klasse 6a, Mierendorff-Schule

Vom 21.11. bis 24.11.2016 fanden in unserer Schule die jährlichen Projekttage zur SOZIALEN KOMPETENZ statt.
Die Klasse 6a beschäftigte sich in diesem Kontext besonders mit der Zeit des Nationalsozialismus unter der Diktaturherrschaft Adolf Hitlers. Dabei stand die leidvolle Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenhausen im Focus.
Die Schüler/innen lernten u. a. Biographien von Menschen kennen, die im KZ Sachsenhausen inhaftiert waren und diese grauenvolle Zeit überlebten.
Im Projekt ging es sowohl um eine geschichtliche Einordnung als auch um das Leben der Häftlinge während der Gefangenschaft. Die Schüler/innen erfuhren, wie willkürlich Menschen von den Nationalsozialisten (NAZIS) in Konzentrationslager gesperrt wurden – sei es aufgrund ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe, ihrer Nationalität, ihrer politischen Ansichten, ihrer sexuellen Orientierung… oder einfach auch nur deshalb, weil „die Nase“ nicht gefiel.

Im Laufe des Projekts lernen die Schüler/innen Geschichten mutiger Menschen kennen, die sich durch die Nazi-Terror-Herrschaft nicht unterkriegen ließen.
Sie lernten aber auch kennen, was Menschen anderen Menschen antun können.
Seht euch hier, bevor der Text unten weiter geht, einige Fotos an: (Pardon, Originalfotos nicht mehr vorhanden, aber hier in der Archiversion einsehbar)

Der 2. Tag des Projekts fand in der GEDENKSTÄTTE SACHSENHAUSEN bei Oranienburg statt. Frau Fritzke und Fr. Scharn begleiteten unseren Besuch in der Gedenkstätte. Sie vermittelten auf sehr kindgerechte, aber dennoch ehrliche Weise das Alltags- und Arbeitsleben im Konzentrationslager.

Die Schülerschaft wurde in 5 Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe hatte die Aufgabe anhand konkreter Fragestellungen mit Textmaterial in der Gedenkstätte Antworten zu finden.
Diese Erkenntnisse wurden auf einem Plakat festgehalten und den anderen Gruppen anschließend erläutert und an den jeweiligen Orten präsentiert. So beschäftigte sich eine Gruppe z. B. mit dem sog. SCHUHLÄUFERKOMMANDO, einer menschverachtenden Methode, Häftlinge teils bis zur totalen Erschöpfung unter unvorstellbaren Bedingungen arbeiten zu lassen. Eine andere Gruppe sammelte Informationen zum APPELL, der zweimal täglich über mehrere Stunden bei jeden Wetter abgehalten wurde, um die Häftlinge zu zählen. Die dritte Gruppe untersuchte die LEBENSBEDINGUNGEN in den Häftlingsbaracken, die vierte Gruppe die FREIZEIT DER HÄFTLINGE und die fünfte Gruppe die HÄFTLINGSKÜCHE und die Ernährung der Häftlinge im KZ.
Die eindrucksvollen Plakate könnt ihr euch am Ende des Artikels anschauen. Der dritte Projekttag fand als Nachbereitung wieder in der Schule statt.
Auch hier wurden in Gruppenarbeit erstellte Plakate präsentiert. Es gab aber auch Raum und Zeit, sich über die Gedanken, Empfindungen und Gefühle des Gedenkstättenbesuchs untereinander und miteinander auszutauschen.
Das Feedback der Schülerschaft war durchweg sehr positiv und emphatisch.
Am 28.11.2016 hatten die Schüler/innen dann die wunderbare und kostbare Gelegenheit, 3 Schulstunden lang einem Treffen mit Zeugen dieser Zeit (Zeitzeugen) beizuwohnen.
Herr und Frau Michalski besuchten uns in der Schule. Herr Franz Michalski erlebte die furchtbare Zeit des 2. Weltkriegs als Sohn einer jüdischen Mutter. Da er selbst – heute bereits weit über 80 Jahre alt – durch einen Schlaganfall nicht mehr so gut sprechen konnte, erzählte uns seine liebe Frau sehr einfühlsam, aber offen und ehrlich die Geschichte seiner Kindheit und die seiner Familie während der Naziherrschaft. Dabei gab es zahlreiche „Gänsehautmomente“ und das eine oder andere kleine Tränchen bahnte sich bei uns als Zuhörern und Zuhörerinnen den Weg.
An dieser Stelle sei dem Ehepaar Michalski noch einmal herzlich gedankt, dass es zu uns in die Klasse kam und so anschaulich, so kurzweilig und so offen über die z. T. ganz furchtbaren Erlebnisse und Erfahrungen, ihre Flucht vor den Nazis… erzählt hat.

Die Schüler/innen lernten auch sog. STILLE HELDEN kennen. Das waren Menschen, die der Familie Michalski – wohlwissend, dass sie ihr eigenes Lebens damit riskierten – selbstlos geholfen haben; Menschen wie z. B. Erna Raack und Gerda Mez, ohne deren Hilfe die Familie Michalski – Lilly, Herbert (Eltern), Franz und Brüderchen Peter – den Krieg nicht überlebt hätten. Auch von diesem eindrucksvollen Besuch könnt ihr euch einige Fotos anschauen.

Zum Schluss möchte ich aber noch den Brief eines Schülers zitieren, den er nach dem Treffen an Ehepaar Michalski geschrieben hat. Dieser sagt alles aus!

„Liebe Fam. Michalski!

Herr Michalski, als Ihre Frau viel erzählte wurde ich geschockt. Es war so traurig. Ich hatte fast die ganze Zeit Gänsehaut. Es war so traurig. Ich habe mich gewundert. Als Sie es erzählt hatten, haben Sie gar nicht geweint. Ich hoffe, dass Sie nie wieder Schlimmes erleben müssen. Ich hatte mich auf Sie gefreut, denn ich habe immer Interesse darüber mehr zu erfahren.
Geschrieben von einem Schüler namens Hamit“

Klassenlehrerin T. Szczypienski

PS: Ein großer Dank geht an Herrn P. Torzewski-Harbort und Frau A. Schultz für die Begleitung des tollen Projekts.

Comments (1)

Dad von J.

Jun 06, 2017 at 6:33 PM

Liebe Mierendorffer, als ehemaliger Elternsprecher verfolge ich noch manchmal die Webseite der Schule. Zunächst mal: Glückwunsch zur Neugestaltung! Und dann: Auch wenn ich nicht immer glücklich war mit der Mierendorff-Schule, so gilt mein höchster Respekt doch dem Projekt „Sachsenhausen“!!! Was verschiedene Lehrer da seit Jahren immer wieder mit Schülern unterschiedlicher religiöser Hintergründe auf die Beine stellen, ist eine großartige Leistung. Viele Grüße auch an Frau Hartnack!

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