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Anmoderation durch Webmaster M.L.: Heute wurde im Zuge der Schulkonferenz ausdrücklich die mitreißenden Arbeit unserer jungen Kollegin Frau Vogel gewürdigt. Hier nun eine weitere Präsentation ihrer Tätigkeit :

Friedrich ist einer von uns!
Im Deutschunterricht arbeiten wir an einem Projekt unserer drei Religionen, um andere Glaubensrichtungen kennen zu lernen, besser zu verstehen und zu respektieren. Dazu lesen wir „Damals war es Friedrich“ von Hans Peter Richter. Erstmals erschien der Roman 1961. In dem Buch geht es um die Geschichte, von dem heranwachsenden Friedrich Schneider, die von seinem Freund erzählt wird. Sie wachsen im selben Haus auf und besuchen dieselbe Schulklasse. Friedrich ist kein Christ. Er ist auch kein Moslem. Er ist Jude. Da die Zeit von den Nationalsozialisten bestimmt wird, gerät er immer wieder in Notstände.
Durch das Buch lernen wir einen jüdischen Jungen kennen, begleiten ihn im Alltag mit seinem Freund, beobachten Traditionen und teilen seine Sorgen. Wir waren überrascht als wir bemerkten, dass ein Jude auch ein Kind ist wie wir.
Die Familie Schneider nutzt viele religiöse Gegenstände, wie die Mezuzah, ein Röhrchen im Türrahmen, welches an Gott erinnert und die Bewohner schützen soll und die Menora, den siebenarmigen Leuchter. Wir haben viele Gemeinsamkeiten in unseren Religionen gefunden. Muslimische und jüdische Männer tragen beim Gebet ein Gebetskäppchen, die Takke und die Kippa. Moslems und Juden essen kein Schweinefleisch. Aber Eiscreme essen wir alle gerne, auch die Christen. Nur genießen Juden es nicht nach einem fleischigen Hauptgang.
Bei dem Besuch von Frau Adam und Frau Rebling mit dem „Happy Hippie Jew Bus“ erfuhren wir weitere Hintergründe aus Friedrichs Religion. Wir wurden alle unsere Fragen los. Gemeinsam bastelten wir eine Chanukkia, den neunarmigen Leuchter für Chanukka. Wir verglichen die zehn Kernaussagen des Korans mit den zehn Worten der Thora und den zehn Geboten der Bibel. Es fiel auf, dass sie sich sehr ähneln und uns dazu aufrufen zwischen uns keinen Unterschied zu machen und versöhnlich in Frieden zusammen zu leben.

Drei Puppen, die die drei Religionen darstellen sollen, hatte uns Frau Adam aus New York mitgebracht.
Die christliche Puppe zeigte z.B., dass Christen Unterhosen mit Herzen tragen, obwohl das wahrscheinlich gar nicht stimmt.
Wir besprachen, dass Religionen nicht automatisch an dem Aussehen eines Menschen zu erkennen sind und wir anderen Religionen nicht mit Vorurteilen begegnen sollen.
Am letzten Schultag 2015 haben wir nicht nur Weihnachten gefeiert. Diesmal feierten wir auch Chanukka und das Zuckerfest nach. Ein Holzweihnachtsbaum, Fatimas Hand und ein Davidsstern schmückten unseren Klassenraum. Frau Melchert, unsere Schulleiterin, war unser Gast und zündete mit einer Schülerin unsere selbstgebastelte Chanukkia an. Ein Buffet mit Spezialitäten unserer Kulturen hatten wir mit unseren Eltern vorbereitet. Wir ließen uns Plätzchen, Piroge, Köfte, Sarma und koscheren Lebkuchen schmecken und tranken Ayran und hebräischen Tee.
Gemeinsam spielten wir Brettspiele und hörten Weihnachtslieder. Es bereitete uns viel Spaß unsere gemeinsamen und unterschiedlichen Traditionen herauszufinden und vorzustellen.
Wir lernen täglich mehr voneinander, können einander jetzt besser verstehen und wissen, dass andere Religionen Respekt verdienen. Religionen dürfen uns niemals trennen.

Eure 6a und Frau Vogel